Einschrittkampf (Hanbon Kyorugi)

Der Einschrittkampf ist ein abgesprochener “Kampf” zwischen zwei Trainierenden, um Qualitäten wie Konzentration, Zielgenauigkeit der Technik, Körperbeherrschung und Distanzgefühl zu üben und zu beweisen und die bisher erlernten Techniken zu demonstrieren. Im Gegensatz zum Freikampf geht es beim Hanbon Kyorugi darum, den Trainingspartner nicht zu treffen, sondern wenige Millimeter vor dem Ziel zu stoppen. Dennoch soll die Technik mit voller Kraftentfaltung ausgeführt werden.

Ein typischer Einschrittkampf läuft folgendermaßen ab:

  • Beide Taekwondoin stehen sich in chunbi-sogi (Vorbeireitungsstellung) gegenüber
  • Der Angreifer macht einen Schritt zurück in ap gubi + arae makki (für den Angriff mit einer Handtechnik) oder in dyt gubi + goduro makki (für den Angriff mit einer Fußtechnik) und macht einen Kampfschrei, womit er Angriffsbereitschaft signalisiert
  • Daraufhin macht der Verteidiger ebenfalls einen Kampfschrei, um das Signal zum Angriff zu geben
  • Der Angreifer kommt mit größtmöglicher Geschwindigkeit auf den Verteidiger zu (in den meisten Fällen mit einem Fauststoß)
  • Der Verteidiger reagiert auf den Angriff (Wichtig: nicht schon starten, bevor der Angreifer startet!) mit einer vorher zurecht gelegten Kontertechnik
  • Die letzte Technik des Konters (2-3 Techniken insgesamt) wird wieder mit einem Kampfschrei unterstützt, auch um anzuzeigen, das der Konter abgeschlossen ist (in einigen Fällen kann es sinnvoller sein, die ausdrucksstärkste Technik mit einem Kampfschrei zu unterstützen)
  • Nach einem kurzen “Wirkmoment” (um nicht zu gehetzt zu erscheinen) begeben sich beide Taekwondoin wieder in chunbi-sogi und bereiten sich auf den nächsten Angriff vor

Eine Erweiterung des Einschrittkampfes ist der Zweischrittkampf (Dubon Kyorugi), bei dem der Angreifer zwei Angriffe in Folge ausführt. Der erste Angriff wird dabei in der Regel nur geblockt, bevor der eigentliche Konter des Verteidigers erfolgt. Variationen in Form von noch mehr Angriffen sind unüblich, aber möglich.

Autor: Fabian Thomann

Comments are closed.